Barcelona für Kunst- und Architekturliebhaber {Art & Travel}

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Seit August 2016 lagern jetzt schon über 900 Fotos aus Barcelona auf meiner Festplatte und dieses Jahr sind nochmal einige dazu gekommen, kaum eines hat es bisher auf den Blog geschafft. Das muss sich ändern, ich will euch so gerne die katalanische Hauptstadt zeigen!
Die Stadt bietet sehr viel in Sachen Architektur, Kunst und Design, allerdings nicht wirklich im minimalistischen Stil. Kein Wunder, das überlassen wir den Skandinaviern, in Spanien freuen wir uns doch über viel landestypisches Dekor! Um ein paar meiner Highlights geht es jetzt:

1. Fundació Joan Miró

Die Auswahl und Buchung des Reiseziels waren letztes Jahr sehr spontan, was mir nur begrenzte Zeit für Vorbereitungen ließ, aber vielleicht war das ganz gut, denn ein paar Attraktionen haben wir spontan entdeckt und oft stellten sich diese als wahre Highlights heraus. Ein Beispiel dafür ist die Fundació Joan Miró, von mir immer nur als Miró-Museum beschwärmt. Wenn man auf dem Montjuic ist, läuft man eigentlich zwangsläufig dran vorbei. Joan Miró sagt ja wohl jedem etwas,  Reingehen lohnt sich trotzdem, wegen der tollen Kunst, aber auch der Architektur.
Nach einigen anfänglichen figurativen Werken lösen sich seine Gemälde recht bald vom Gegenständlichen und werden sehr abstrakt und meistens sehr farbenfroh, teilweise aber im Kontrast dazu auch mit viel leerem Raum. Diese Spannung und Lebhaftigkeit und auch die häufig verwendeten Primärfarben passen zu Barcelona wie die Faust aufs Auge, aber wie viele Künstler hat Miró oft in Europa seinen Wohnort gewechselt. Seine Gemälde werden ergänzt durch ein Repertoire an Wandteppichen, Skulpturen, Keramik und Zeichnungen. Seiner Zeit war er mit seinem Stil definitiv voraus, bis heute bleibt er damit einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts und eine Großzahl der Werke durch dieses Museum der Öffentlichkeit zugänglich.
Im Untergeschoss gibt es noch eine andere, wechselnde Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst, da haben mir einige Kunstwerke auch echt gut gefallen!
Eine Frage habe ich: Ist das Museumsgebäude (von Josep Lluís Sert) Brutalismus? Oder ein anderer Architekturstil?

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2. Casa Milà/ La Pedrera

Ganz Barcelona ist durch Antoni Gaudís besonderen Jugendstil, den Modernisme, geprägt, diesen Stil erkennt man einfach auf den ersten Blick.
Der bekannteste Baumeister Barcelonas war ein Pionier in der Architektur, seine Bauten zeichnen sich nicht nur durch einzigartige, ästhetisch radikal neue Formen aus, sondern auch durch viele technische und funktionelle Revolutionen. Clevere Lösungen sind besonders in der Casa Milà sehr gut zu erkennen:
Auf dem Dachboden rückt die Ausstellung die Konstruktion des Daches aus Kettenbögen in den Fokus, durch die Innenhöfe gelangen Licht und frische Luft in die Wohnräume, die Wände sind nicht tragend und lassen sich daher tatsächlich variabel setzen, sogar eine Tiefgarage gibt es.
Die Dachterrasse verwandelte Gaudì durch die kreative Gestaltung der vielen Schornsteine in eine Skulpturenlandschaft. Einige Wohnräume sind ebenfalls zu besichtigen, man erahnt hier die Lebensweise der damaligen städtischen, gutbürgerlichen Oberschicht.
Wirklich beliebt war das Gebäude bei den Barceloniern damals nicht, sie haben ihm aufgrund der Fassade den spöttischen Namen „La Pedrera“, = der Steinbruch, gegeben.
Die Karten für die Casa Milà hatte ich schon im Internet vorbestellt, dazu rate ich euch auch auf jeden Fall. Und es ist empfehlenswert, möglichst früh kommen, denn zu Recht ist La Pedrera eine beliebte Touristenattraktion.
Wenn ihr nur einen Profanbau Gaudís in Barcelona anschauen wollt, dann würde ich zur Casa Milà raten, die hat mir besser gefallen, wer mehr will, dem empfehle ich auch die…

 

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3. Casa Batlló

Ein Stück die Straße hinab findet sich das bekannte, von Gaudí radikal umgebaute Wohnhaus „Casa Batlló“.
In diesem Jahr wusste ich ja schon mehr über die Stadt und kannte einige Sehenswürdigkeiten, sodass ich in den zweieinhalb Tagen Zeit für ein paar andere, neue Punkte hatte: Auch wieder mit vorbestellten Tickets und gleich früh morgens besuchte ich dieses Juwel des Modernisme, allein die Fassade ist ein Traum. Das Interieur ist geprägt von organischen Formen, tollem Lichteinfall, edlem Holz, einem gefliesten, von Glas überdachten Treppenhaus, das die lichtbringende Funktion eines Innenhofs übernimmt – ein Gesamtkunstwerk! Leider war es sehr voll hier, aber als Tourist kann man ja nie wirklich erwarten, alleine zu sein: „You are not stuck in traffic, you are traffic.“
Die Dachterrasse mit den Lichterketten stelle ich mir auch sehr schön vor für eine Sommerparty (Pfui, du überstrapazierter, ästhetisierender Hedonismus, geh weg, Kommodifizierung hat in der Kunst dieser Klasse nichts zu suchen!).

Fassade Casa Batlló Barcelona. 4 Tipps in Barcelona für Kunst- und Architekturliebhaber. Reisetipps: Modernisme Jugendstil Gaudi, Architektur, Kunst und Design in Barcelona. Tasteboykott Blog.
Belle Etage Casa Batlló Barcelona. 4 Tipps in Barcelona für Kunst- und Architekturliebhaber. Reisetipps: Modernisme Jugendstil Gaudi, Architektur, Kunst und Design in Barcelona. Tasteboykott Blog.
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4. Barcelona-Pavillon

Den Pavillon von Ludwig Mies van der Rohe kennen die meisten wohl ebenfalls, auch wegen des vom Architekten dafür designten Barcelona Chairs von Knoll. Das Gebäude wurde für Deutschland anlässlich der Weltausstellung 1929 entworfen, ein Nachbau der Ikone ist heute gleich am Font Màgica zu besichtigen. Das Alter des Entwurfs merkt man diesem dabei nicht an, die reduzierten Linien wirken so modern wie eh und je. Der Besucher wird wie von selbst durch und in das Gebäude geführt, die wenigen Wände geben genügend Struktur, um einen Raum abzutrennen, und führen zu spannenden Durchblicken. Die Skulptur „Morgen“ ist das Ziel vieler Blickachsen, hat mir eine Freundin erzählt. Ich finde es spannend, mit ein bisschen Hintergrundwissen an ein Bauwerk heranzugehen und die Theorie selbst zu erleben.
Begeistert hat mich hier die klare Linienführung und der großflächige Materialeinsatz von grafischen Steinplatten.
Wenn man sich wirklich für moderne Architektur interessiert, ist eine Runde durch den Pavillon sicherlich lohnenswert, ansonsten kann man sich die fünf Euro sparen, weil man echt sehr schnell durch ist. Ich habe für mich festgestellt, dass ich Geld lieber für Erlebnisse als Dinge ausgebe, daher war das schon in Ordnung, man trägt ja auch zum Erhalt des Bauwerks bei.

 Skulptur Barcelona-Pavillon von Ludwig Mies van der Rohe. 4 Tipps in Barcelona für Kunst- und Architekturliebhaber. Reisetipps: Architektur, Kunst und Design in Barcelona. Tasteboykott Blog.
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Natürlich hat Barcelona noch viel mehr zu bieten, das hier waren jetzt vier Empfehlungen aus dem 20. Jahrhundert, ein paar weitere werden noch folgen (es gibt da so eine Sagrada Familia, die soll ja auch ganz in Ordnung sein :D).

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