Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende

Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende | Museen in Bremen und Oldenburg

Im vergangenen Herbst habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal pro Woche in eine Ausstellung oder ein Museum zu gehen. Seitdem Museen dieses Frühjahr wieder öffnen durften, habe ich mein Vorhaben wieder aufgenommen. Bisher klappt es im Durchschnitt erstaunlich gut, nur geteilt habe ich meine Empfehlungen hier nicht in der letzten Zeit. Bevor wieder alle Ausstellungen vorbei sind, möchte ich das daher heute mal wieder ganz schnell tun, und auch verraten, was ich die nächsten Male noch besuchen möchte.

Ein Museum bzw. eine Ausstellung pro Woche kann ich meistens noch gut nach der Arbeit oder auch tagsüber oder am Wochenende reinquetschen, habe ich gemerkt. Und Auswahl gibt es eigentlich ja immer genug, wenn man ein bisschen recherchiert und auch bereit ist, in andere Städte zu fahren. Manchmal ist es ja auch einfach schön, mal rauszukommen. Ich gucke ständig, was gerade in meiner Nähe läuft und was sich lohnen könnte. Am meisten lachen mich dabei natürlich bekannte Themen an, aber auch alles, was ich sonst noch spannend finde. Man kann eigentlich aus jeder Ausstellung etwas Interessantes mitnehmen und lernt etwas Neues, mit der Zeit wird das auch ganz selbstverständlich, habe ich festgestellt.

Vielleicht möchte sich ja jemand meinem Konzept anschließen oder macht das auch schon so? Ich finde, man muss nicht alles auf einmal sehen – wenn man sich so wöchentlich immer wieder etwas vornimmt und zur Routine macht, nimmt man doch viel mehr mit.

Und jetzt gibt es die schnellen Ausstellungstipps fürs Wochenende (vor allem in Oldenburg, Bremen und im Nordwesten):

Vorhaben: Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende | Museen in Bremen und Oldenburg

Wolken in der zeitgenössischen Kunst – flüchtig – zeichenhaft – bedrohlich im Oldenburger Kunstverein und Kabinettschau Wolken in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts im Prinzenpalais.

Beide Institutionen haben zurzeit eine breite Palette an Werken zum Thema Wolken zusammengestellt. Das ermöglicht eine spannende Fortführung der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischer Kunst unter diesem Begriff. Dabei zeigt sich, welche verschiedenen Aspekte, Bedeutungen und Aufladungen Wolken einnehmen können. Alleine schon wegen Michael Sailstorfers Skulptur/ Installation und Thomas Ruffs Fotografie im Kunstverein empfehle ich dringend einen Besuch. Mehr hier und hier.

Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende | Neues Museum Nürnberg

Mixed Zone im Neuen Museum Nürnberg.

Im Neuen Museum bin ich immer wieder gerne, alleine der Architektur wegen. Gerade wurde die Sammlung im Erdgeschoss neu zusammengestellt und dabei angewandte mit bildender Kunst in Beziehung gesetzt. Das erfolgte nicht nur farbenfroher, als ich gedacht hatte, sondern auch unter Einsatz vieler toller visueller Bezüge, Sichtachsen und Gruppierungen. Mittlerweile hat übrigens auch die Ausstellung Was, wenn…? eröffnet, die relevanter kaum sein könnte. Mehr hier und hier.

Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende | Museen in Bremen und Oldenburg

Körper.Gefühl – Maria Lassnig im Paula Modersohn-Becker Museum.

Bisher hatte ich die Österreicherin Maria Lassnig ehrlich gesagt nur mit ihrer herausragenden, vielschichtigen Ölmalerei assoziiert, aber es waren hier auch viele Zeichnungen gezeigt. Ihre humorvolle und eigenwillige Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper hat auch bei mir zu neuen Betrachtungen geführt. Erst vor kurzem habe ich übrigens realisiert, dass die Arbeit im Treppenhaus des Museums ja von Jenny Holzer ist, haha. Und nebenan im Ludwig Roselius Museum war ich endlich auch mal, siehe unten. Mehr hier und hier.

Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende | Museen in Bremen und Oldenburg

Am Anfang war die Zeichnung in der Kunsthalle Bremen.

Ich weiß, gerade ist auch Norbert Schwontkowski in der Kunsthalle präsentiert, aber die Ausstellung im Kupferstichkabinett hat mir irgendwie bisher mehr zugesagt. Besonders die verschiedenen Funktionen des Mediums der Zeichnung und auch die unterschiedlichen Exponate fand ich so wunderbar vielfältig. Zurzeit entwickle ich wieder eine stärkere Vorliebe für die Renaissance und frühe Neuzeit allgemein, glaube ich. Und die Studiensäle sind einfach so tolle Räumlichkeiten, das ist irgendwie auch immer ein Aspekt für mich. Mehr hier.

Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende | Museen in Bremen und Oldenburg

Robert Schad – Bremen vierkant im Gerhard-Marcks-Haus.

Seitdem in Neumarkt eine Skulptur von ihm aufgestellt wurde, bin ich Fan von Robert Schad und erkenne seine Arbeiten auf den ersten Blick. Gestern aber erst ist mir die Verbindung seiner Kunst zum Tanz bewusst geworden (bzw. gemacht worden). Mich begeistert immer wieder, wie linear, verwoben und gleichzeitig kantig und massiv die Skulpturen sind. Im Knoops Park sind übrigens gerade auch welche aufgebaut, da möchte ich auch noch hin. Dazu waren im Gerhard-Marcks-Haus noch ein Film und Fotocollagen von Martin Koroscha und im Obergeschoss sehenswerte Plastiken von Jussuf Abbo ausgestellt, die den Besuch abrundeten. Überhaupt mag ich das gesamte Gebäude immer wieder sehr sehr gerne. (Ich wiederhole mich.) Eigentlich würde ich gerne noch mehr dazu schreiben und vielleicht mache ich das auch noch, aber jetzt muss ich einfach mal wieder einen Beitrag fertig kriegen. Mehr hier.

Ein Museum pro Woche | Ausstellungen für das Wochenende | Museen in Bremen und Oldenburg

Wo ich demnächst sonst noch hin will:

Horst-Janssen-Museum: Direkt am Tag der Eröffnung der neuen Dauerausstellung kam leider Corona dazwischen, seitdem habe ich einen Besuch geplant und wollte eigentlich mit meiner Mama hin, aber immer ist bisher etwas dazwischen gekommen. Hoffentlich nächste Woche. Dafür kann ich dann mittlerweile immerhin auch gleich die Architektur-Ausstellung Veränderte Sichten mit ansehen.

Weserburg: Auf Birgit Jürgenssen. Ich bin. haben mir die Einblicke auf Instagram schon große Lust gemacht und ich freue mich sehr drauf. Sie passt historisch auch gut zu Maria Lassnig im Paula Modersohn-Becker Museum… Schön, aktuell einige Ausstellungen zu wichtigen Künstlerinnen zu sehen! Und wenn ich schonmal da bin: So wie wir sind 2.0 habe ich auch noch gar nicht gesehen, merke ich gerade.

Kunsthalle Bremen: Hier möchte ich noch die neue Dauerausstellung Remix 2020 genauer ansehen. Was ich bisher zu Gesicht bekommen habe, hat mich sehr begeistert: starke Farbigkeit, dichte Hängungen, fundierte kunsthistorische Vermittlungstexte und eine ganz andere Anordnung, als ich es gewohnt war.

Kunsthalle Emden: Sight Seeing. Die Welt als Attraktion. hatte ich fast übersehen und bin neulich wieder drauf aufmerksam geworden. Bestimmt wäre es dabei interessant, im Hinterkopf zu behalten, wie sich das Verständnis und der Stellenwert von Tourismus mittlerweile in kurzer Zeit wieder geändert haben. Mal sehen, ob ich es schaffe!

Und zu guter Letzt: 100 Beste Plakate 18. im Wilhelm Wagenfeld Haus. Die hätte ich eigentlich gestern auch gleich mitnehmen können, fällt mir gerade auf. Aber dann eben ein andermal. Ich kenne da auch jemanden, den das ebenfalls interessieren könnte… Vielleicht ja nächsten Freitag, so kann man doch ins Wochenende starten!

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.