Ein Tag in Hamburg: Kanzlers Kunst im Ernst Barlach Haus

Ein Tag in Hamburg: Kanzlers Kunst im Ernst Barlach Haus
Ein Tag in Hamburg: Kanzlers Kunst im Ernst Barlach Haus

Während das gesellschaftliche Leben wieder heruntergefahren wurde und erstmal auch so bleiben wird, bin ich besonders froh, in den Wochen vor dem Lockdown ein paar Eindrücke und Erinnerungen gehamstert zu haben. Hoffentlich schaffe ich es, noch ein paar davon hier zu teilen, auch als Anregung für die Zeit, wenn wieder mehr Unternehmungen möglich sind.

Die besten Ausstellungen sind manchmal die, die man ganz spontan besucht, wie bei mir neulich Kanzlers Kunst. Die Sammlung Helmut und Loki Schmidt. im Ernst Barlach Haus in Hamburg. Die Schmidts sind/ waren Persönlichkeiten, die ich beide sehr sympathisch und faszinierend finde, wohl auch, weil meine Mutter sie sehr schätzt. Daher haben mir die Einblicke in der Ausstellung in ihre persönliche Sammlung und damit ein Stück weit auch in ihr Leben sehr gefallen. An ihren Wänden fanden sich vor allem hanseatische Motiven und Werken von Künstler*innen aus Hamburg und Norddeutschland sowie zahlreiche expressionistische, aber auch neusachliche Kunstwerke. Gerade lässt sich ihr Haus nicht besichtigen (und die Kunst ist ja eh abgehängt), aber hier gibt es einen virtuellen Rundgang, bei dem man auch die Hängung der Werke nachvollziehen kann.
Ein paar Gedanken, die mir in der Ausstellung gekommen und seitdem hängen geblieben sind, sind diese:

Generell habe ich den Eindruck gewonnen (und vermittelt bekommen), dass aus persönlichem Geschmack heraus gesammelt wurde, nicht lediglich mit Bedacht auf eine mögliche Außenwirkung. Die über Jahrzehnte zusammengetragene Sammlung weist eine entsprechende Vielfalt und Vielzahl auf. Dennoch war Schmidt sich auch der symbolischen Bedeutung, die Kunst haben kann, bewusst: (Auch) Auf politischer Ebene zeigte er ein klares Bekenntnis zur Moderne, zur vorher als entartet diffamierten Avantgarde, aber auch zur innerdeutschen Einheit. Dies wurde durch seinen Umgang mit Künstlern, durch eine Auseinandersetzung mit sowie Förderung und Auswahl von Kunst zum Ausdruck gebracht. Das ist es wohl, was mich an diesem Tag so beeindruckt hat.

Die Selbstverständlichkeit, mit der die Schmidts Kunst einen Platz in ihrem Leben einräumten, möchte ich ebenfalls betonen. Dennoch blieben sie Exzess und übermäßigem Prunk fern, sondern voller Charme und frei von übertrieben akademischem Dogmatismus. Zudem hat sich mir wieder einmal gezeigt, dass Objekte, mit denen wir uns umgeben, eine Bedeutung haben und ein Stück weit auch Aussagen über uns treffen (können). Überhaupt finde ich es immer spannend, zu sehen, nach welchen Kriterien gesammelt wird, gerade auch bei Kunst.

Mein schon lange gehegtes Vorhaben eines Trips nach Bonn hat die Ausstellung neu motiviert, auch wenn es sich gerade nicht umsetzen lässt. Immerhin habe ich den Ausstellunsgkatalog gekauft, was ich sonst eigentlich nie tue. Aber hier konnte ich nicht anders. Wen es interessiert, kann sich hier weiter einlesen und dann hoffentlich etwas nachvollziehen, was ich heute zum besten gegeben habe.

Und weil ich es nicht lassen kann, noch ein paar Fotos von einem Oktobertag in Hamburg:

Ein Tag in Hamburg: Kanzlers Kunst im Ernst Barlach Haus
Ein Tag in Hamburg: Kanzlers Kunst im Ernst Barlach Haus
Ein Tag in Hamburg: Kanzlers Kunst im Ernst Barlach Haus
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