Gedanken und Veränderungen.

Ich muss da mal ein paar Sachen loswerden, zu viele Gedanken haben sich in letzter Zeit aufgestaut. Sehr gerne hätte ich einen „Diese 10 Punkte habe ich verändert und es ist alles toll geworden“-Post geschrieben, aber so weit bin ich leider nicht und ob ich wirklich gute Entscheidungen treffe, ist auch eher unklar.

Fangen wir mal an, meinem Gedankenpool das Wasser abzulassen. Mit genau diesem „Ort“ hier, dem Blog:

Tasteboykott Blog

Zu Beginn des Jahres habe ich überlegt, ob ich ihn zu einem digitalen Wohnmagazin entwickeln soll mit Inspiration und Fotos von anderen Seiten und Firmen, Kooperationen, Shoppingtipps und Dekoideen bis zum Umfallen. Dazu immer brav Vorschaubildchen für Pinterest erstellen, Facebook-Werbeanzeigen kaufen, Instastories machen und nur Beiträge mit klarem Mehrwert veröffentlichen. Schließlich wollen das die Leser_innen gerne genau so sehen, bekommt man überall erklärt. Und wenn es euch auf diese Weise Spaß macht oder ihr es für nötig haltet, ist das natürlich toll. Ich persönlich hätte mich aber nicht wohlgefühlt mit so einem Konzept, es hat sich falsch angefühlt, zu unpersönlich, zu kommerzialisiert, unkreativ, vorhersehbar und vor allem zu professionell.

Und genau das ist der wunde Punkt, der mir immer ein bisschen Bauchschmerzen bereitet. Warum muss man immer alles bis zum Optimum optimieren, warum soll z.B. ein Blog zum professionellen Business werden und kann nicht einfach ein Hobby bleiben? Karriere, Karriere, Karriere – das Motto unserer Generation und Gesellschaft?

Per se ist das natürlich nichts Schlechtes. Unrealistisch und verträumt, wie ich bin, vermisse ich bei diesem Modell aber doch vor allem meine kreativen Freiheiten. Aber Moment mal – habe ich die denn in letzter Zeit wirklich genutzt? Irgendwie doch viel zu wenig, wo Bloggen eigentlich allen Freiraum des Internets bietet. Ich will ja nicht ständig nur Blumendeko zeigen, das langweilt. Auch mich.

Was zur Konsequenz hat, dass es hier wohl wieder ein bisschen inkongruent(er) werden wird. Konkret weiß ich auch noch nicht, wie das aussehen soll, aber ich habe den Wunsch nach Veränderung. Und nach Weiterentwicklung, hoffentlich zum besseren. Damit habe ich in den letzten Wochen schon angefangen: Mehr Texte, mehr Raum für Kreativität und Spielereien, grafische Aufbereitung, Instagram, um nur ein paar Stellschrauben zu nennen. Der frische Luftzug tut gut, neue Ideen werden mit Sicherheit folgen. Ein paar Entwürfe warten bereits auf Fertigstellung, noch mehr Themen auf Ausformulierung! Jetzt muss ich nur noch die Zeit finden, das auch umzusetzen, harhar.

Mein Blog war schon immer primär gedacht als Möglichkeit, meine Kreativität auszudrücken. Ich bin gern kreativ und probiere neue Dinge aus. Andererseits freut es mich aber natürlich auch, euch hoffentlich ein bisschen Inspiration zu liefern. Ich werde die Sache jetzt nicht weiter verkomplizieren und nach dem Sinn und Unsinn fragen, an diese Diskussion wage ich mich noch nicht heran.

In meinem Kopf sieht es gerade entsprechend wirr aus, ich bin noch dabei, die Fäden zu entknoten, mir Neuerungen vorzustellen und sie zu bewerten. Es ist so schwer, seinen Stil zu finden und sich in der Routine nicht selbst zu verlieren. Ich habe das Gefühl, alles bei mir steht noch ganz am Anfang. Meine Kreativität ruft. Ich hoffe, ihr kommt mit.

Tasteboykott Blog

Im letzten Jahr habe ich mehr über mich gelernt als davor, und wie alle einfach feststellen müssen, wie wenig ich doch eigentlich weiß über mich und über andere. Was ich mir immer versuche, vor Augen zu halten: Change is good. Veränderungen sind nicht nur unvermeidbar, sondern als positiv anzusehen. Eigentlich sage ich ja immer, dass ich den Herbst viel lieber mag als den Sommer. Aber gerade geht es mir so gut, ich bin viel optimistischer als vor ein paar Monaten. Weil ich ein paar Schritte vorwärts gekommen bin. In diesem Sinne wir der Rest vom Sommer hoffentlich noch besser als er begonnen hat. Und der Rest des Jahres auch.

Ungefähr im Mai, im ersten Entwurf für diesen Post, schrieb ich: „Gerade bin ich eher in einer Zwischen-Phase. Noch ist nichts wirklich sicher, ich habe ein paar neue Ideen im Kopf, ein paar Wünsche und Vorstellungen. Aber wirklich konkrete Pläne kann ich nicht vorweisen. Für euch ist das jetzt halt ein bisschen doof, weil ich nichts Neues mache. Ich hoffe, das kommt bald.“ Oh yesss, es ist gekommen! Und auf welch wunderbare Weise hat sich bisher alles gefügt und ergeben. Ich habe Träume begraben und ließ andere Wünsche Form annehmen, habe meine Vorstellungen relativiert und bin bereit, nach vorne zu sehen. Nach der Zulassung zur Kunsthochschule bin ich zum ersten Mal seit längerem wieder richtig stolz auf mich. Einiges ist noch unklar, darüber (und über viel mehr Gedanken) will ich bei Gelegenheit aber mal weitere Beiträge schreiben.

Tasteboykott Blog

Wie oft saß ich abends in meinem Zimmer und wartete darauf, dass mein Leben endlich losgeht. Mittlerweile ist es definitiv losgegangen, nur komme ich kaum hinterher. Da muss der Perfektionismus eben mal zurückstecken.

So, und weil dieser Beitrag viel zu persönlich war für meine Verhältnisse, mache ich jetzt Schluss für heute. Hin und wieder überkommt mich wohl das Bedürfnis nach dieser Art der Kommunikation. Hat gut getan, einfach mal so draufloszuplaudern. Danke, dass ihr {virtuell} zuhört. Mehr kommt bald.

xx

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    • Ich hatte kurz überlegt, die Kommentarfunktion heute mal auszuschalten. Gut, dass ich es nicht getan habe! 🙂 Danke, dass du dabei bist!

  • Wow lieber Flo, was für ein persönlicher Post! Mega schön – ich finde, es klingt toll, was du dir vorgenommen hast. Mir geht es genauso: ich denke, sobald der Blog, den ich ja hauptsächlich als Hobby betreibe, zum Stress-Faktor wird, dann ist es verkehrt. Es soll Spaß machen bzw. man soll sich damit wohlfühlen! Das ist am wichtigsten.
    Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt und was wir von dir zu sehen kriegen! Wann geht die Kunsthochschule los? Und wo?
    Liebe Grüße
    Alena

    • Danke danke Alena, Blogfreundinnen wie du sind der größte Vorteil am Bloggen! Ganz richtig, ich finde auch, wenn man als Hobby/ Ausgleich bloggt, soll da der Stress bitte draußen bleiben und man soll sich wohlfühlen mit dem, was man macht.
      Bisher habe ich nur die Zulassung in Kiel, da beginnen die ersten Einführungskurse Mitte September und die Vorlesungen im Oktober. Ich bin auch wirklich gespannt und werde euch natürlich auf dem Laufenden halten!

  • Hallo Flo, ich finde es auch schade, dass sich die meisten Blogs am (vermeintlichen) Interesse der Mehrheit orientieren, optimiert und kommerzialisiert werden. Natürlich versuche ich auch hin und wieder, mich in meine (wenigen) Leser hineinzuversetzen, aber letztlich will ich mich dadurch nicht in meiner Kreativität beschränken lassen. Das Medium Blog bietet grenzenlose Freiheit und Möglichkeiten, warum sollten wir uns durch irgendwelche Followerzahlen oder Likes einengen lassen? Ich lese sehr gern Beiträge, die nicht auf Effekt und Erfolg getrimmt sind und keinen unmittelbaren Mehrwert versprechen. Also, ich finde dein Vorhaben super!
    Liebe Grüße,
    Amely