Sich Zeit nehmen. Zum Backen, zum Beispiel.

Wie Corona mich zum Backen brachte. Corona Ideen zur Beschäftigung und Ablenkung im April: Einfachen Bananenkuchen backen. Tasteboykott.

Aktuell gehöre ich zu den Glücklichen, die durch die Ausgangsbeschränkungen mehr Zeit als üblich zur Verfügung haben. Diese nutze ich mal mehr, aber meistens eher weniger sinnvoll. (Seitdem ich Disney+ habe, muss ich leider ständig wieder Die Zauberer vom Waverly Place gucken, tut mir ja auch leid.) Immerhin wird mir aufgrund der zusätzlichen Zeit zu Hause auch die Gelegenheit ermöglicht, Neues auszuprobieren, das ich sonst nicht tun würde. Das habe ich ja letztes Mal schon anklingen lassen. Eine weitere Beschäftigung, mit der ich in den letzten Wochen angefangen habe, ist Backen.

Die Ausnahmesituation macht schon verrückte Dinge mit einem. Auf einmal hatte ich Lust bekommen, neue Rezepte auszuprobieren, und tatsächlich Spaß daran, gesund zu kochen und (nicht ganz so gesund) zu backen. Und zu essen. (Wobei ich die Mensa auch sehr vermisse…) Auf den Fotos seht ihr z.B. Bananenkuchen und Applecrumble. Bald bekomme ich sogar mein eigenes Waffeleisen – I know, ich finde es auch alles ganz aufregend! Das wird super! Was ich übrigens nicht habe: Waage, Mixer, Rührschüssel, eine richtige Backform… Egal, es geht auch ohne. Man muss einfach ein bisschen rumprobieren. Improvisieren kann auch Spaß machen, und was bietet bitte mehr Freiheiten als dieses Anfänger-Sein?

Früher habe ich ab und zu versucht, zu backen, aber wirklich drangeblieben bin ich nie. Jetzt habe festgestellt, dass es durchaus Spaß macht und sehr befriedigend ist. Man macht etwas mit seinen Händen, trotzdem kann nicht so viel schief gehen und man muss nicht zu sehr nachdenken, wenn man sich einigermaßen an die Vorgaben hält. Wobei, wenn man ein bisschen Bescheid weiß, kann man da auch freier rangehen, finde ich. Zumindest bei den einfachen Rezepten, mit denen ich angefangen habe, zu starke Ambitionen würden mich gerade eher stressen. Nach getaner Arbeit hat man dann ein zufriedenstellendes Endprodukt, das idealerweise auch noch lecker ist. All das macht Backen zu einer überschaubaren Aufgabe, ohne allzu aufwändig zu sein, als gute Ablenkung von allem, was gerade unsicher ist. Genau die brauchte ich. Und ich bin überzeugt, dass man vom Backen einiges lernen kann. Einen Eindruck von den ganzen Denkprozessen, die es bei mir angeregt hat, bekommt ihr ja immerhin gerade.

Einen lesenswerten Beitrag zur während der Pandemie auffallend gestiegenen Popularität des Bananenbrots, einem Phänomen, von dem auch ich mich nicht freisprechen kann, findet ihr hier.

Wieso habe ich eigentlich so lange gebraucht, um anzufangen zu backen? – Wenn ich so drüber nachdenke, möchte ich diese zuerst rhetorisch gedachte Frage doch beantworten. Alleine scheine ich angesichts der ausverkauften Mehl-Regale mit diesem Hobby nämlich aktuell nicht zu sein.

Zum Backen muss man natürlich die Zeit haben. Oder besser: Sich die Zeit dafür nehmen. Da ich gerade nicht wirklich raus komme, war das bei mir, wie anfangs erwähnt, nicht das Problem. Wie schön, denn nur so habe ich gemerkt, wie bereichernd Backen sein kann. Und mir wieder vor Augen geführt, Dinge zu tun, die guttun. Weil sie guttun. Das hätte ich eh schon vor der Ausnahmesituation verinnerlicht haben sollen, aber es brauchte wohl leider diese, um mir das bewusst zu machen. Umso froher bin ich, diese Einstellung jetzt wieder stärker fokussieren zu können.

Überhaupt habe ich endlich mal Dinge gemacht, zu denen man sonst eben eher nicht kommt und die sich vielleicht sogar ein bisschen wie Zeitverschwendung anfühlen. Auf jeden Fall nicht wie eine gute, effektive Idee, wenn man Besseres zu tun hätte. Oder vielleicht denke nur ich, dass sie das nicht seien? Ich sollte definitiv besser darin werden, das schlechte Gewissen bei manchen Aktivitäten loszuwerden. Andererseits: Sich Zeit zu nehmen sagt sich so leicht, aber dann müsste ich mir ja vorher Deadlines für meine Arbeit setzen und diese auch einhalten. Absurd.

Gerade bin ich dankbar dafür, diese Zeit in den vergangenen Wochen gehabt zu haben. Neben einigen Enttäuschungen, Sorgen und Frustrationen ermöglichte sie mir immerhin Entschleunigung und hat ein Stück weit Achtsamkeit angeregt. Mal sehen, ob ich mir die in Zukunft beibehalten kann, ich hoffe es. Und bin überzeugt, dass sich viele hierin wiederfinden können.

Ist die Corona-Pandemie für euch auch Anlass für Entschleunigung, Veränderungen oder Reflexion? Wofür nehmt ihr euch gerade Zeit?

Wie Corona mich zum Backen brachte. Corona Ideen zur Beschäftigung und Ablenkung im April: Einfachen Apple Crumble backen. Tasteboykott.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.