Things To Do In My Free Year

Dark and moody white garden flowers photography

Heute startet an den deutschen Hochschulen das Wintersemester 2017/18. Ich habe mich nirgends immatrikuliert, hatte es auch nicht vor.

Ersti werde ich erst-i (ist diese Wortspiel zu gewollt?) im nächsten Herbst, bis dahin möchte ich mir ein Jahr Zeit nehmen zwischen Schule und Studium. Ja, ich weiß schon, was ich studieren möchte (es wird nicht Meeresbiologie oder Physik und Sport auf Lehramt), das ist nicht wirklich der Grund dafür, auch wenn ich bei Studienstart in diesem Jahr sicher schon noch weitere Recherche betrieben hätte; nein, ich fühle mich einfach noch etwas zu jung und unreif für den nächsten, großen Schritt, er kommt mir zu bald. Darum mache ich, was ich am besten kann: prokrastinieren, Entscheidungen und Veränderungen möglichst weit aufschieben.

Ein ganzes freies Jahr habe ich nun quasi zur Verfügung, eine Gelegenheit, die mir so auch noch nie beschert war. Es einigermaßen sinnvoll nutzen möchte ich natürlich, aber ohne zu viel Druck, der kommt noch früh genug. Viele junge Menschen zieht es nach dem Schulabschluss erstmal in die Welt hinaus. Neuseeland, Australien, Indonesien, Kuba. Ich traue mir das zurzeit nicht zu, auch für andere tolle Möglichkeiten wie ein FSJ habe ich mich nicht beworben, aus Angst, mich falsch zu entscheiden, vielleicht war auch einfach nicht das Richtige dabei. Die vielen Möglichkeiten, das Fehlen der Struktur bereiten mir Zweifel und Unsicherheit, ich will am liebsten zurück in den Unterricht.

Vor ein paar Wochen habe ich dann auf einen kleine Post It-Zettel die Dinge geschrieben, die ich in der kommenden Zeit gerne umsetzen möchte, die teile ich jetzt mit euch. Das habe ich im Januar ja schon mal mit meinen Neujahrsvorsätzen gemacht, schweigen wir an dieser Stelle lieber über die tatsächliche bisherige Umsetzung der meisten Punkte. Jetzt wird das natürlich alles ganz anders laufen. Um es mit Julia Engelmann zu sagen: „Wer immer wir auch waren, lass mal werden, wer wir sein wollen.“

Was ich in meinem freien Jahr nach dem Abi erledigen will:

  • Italienisch lernen. Ich hatte bereits ein paar Stunden, das wird!
  • Mich für eine Hochschule entscheiden und das mit dem Nebenfach klären.
  • Danach immatrikulieren und ein Zimmer finden.
  • Ein Theme finden und den Blog auf WordPress umziehen.
  • Zeit mit Lieblingsmenschen verbringen.
  • Noch ein bisschen mehr von der Welt sehen.
  • Meine Schreibmaschine reparieren.
  • Praktika machen, jobben, Erfahrungen sammeln.
  • Malen und kreativ sein.
  • Und hoffentlich endlich ein noch geheimes Projekt umsetzen, das mir schon seit Anfang dieses Jahres im Kopf rumspukt.

So, dieser Beitrag war jetzt für meine Verhältnisse ziemlich persönlich. Zum Thema „Was, wenn ein zukünftiger Arbeitgeber das sieht“: Erstens wird ihm diese „Lücke“ im Lebenslauf ja wohl auch so auffallen, zweitens bin ich sehr glücklich mit dieser Entscheidung und stehe zu ihr. Wobei es ja auch nicht mehr wirklich erwartet wird, das Studium oder die Ausbildung direkt an die Schulzeit dranzuhängen. (Es gibt es sicher auch viele Gründe für Letzteres und ich verstehe das absolut.)

Wer dieses Jahr mit seinem Studium oder seiner Ausbildung angefangen hat, dem wünsche ich natürlich von Herzen alles Gute und viel Freude und Erfolg dabei! Katha hat einen tollen Beitrag geschrieben, der ist jedem Studenten bestimmt hilfreich.
Wie habt ihr das nach eurem Schulabschluss gemacht? Und habt ihr noch Vorschläge und Tipps für mein freies Jahr?

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  • Waaas, du wirst nicht Physik studieren?! Ich bin bis ins Mark erschüttert! Nein, Spaß beiseite. Wobei ich zugeben muss: Aus heutiger Sicht denke ich manchmal, wie cool Meeresbiologie gewesen wäre. Und das sage ich als absolute Chemie-, Physik- und Mathe-Null. Aber äh… das ist ein anderes Thema.

    Ich kann deine Entscheidung sehr gut nachvollziehen, man hört sehr viel Unsicherheit raus und das ist absolut verständlich in diesem Lebensabschnitt! Deshalb ist es gut, dass du nicht einfach blind drauflos läufst. Irgendwas zu tun nur um des "Tuns" Willen ist nie gut!

    Ich würde jedem empfehlen, ein Jahr lang zu machen, was man will. Ob es ein FSJ ist, ein Jahr im Ausland, ein Jahr lang Praktika oder sonstwas – es ist nie verkehrt, sich daran zu gewöhnen, dass man die sicheren Strukturen des Unterrichts verlassen hat und sich Gedanken zu machen, was man selbst will. Und ein Jahr als "Frist" zu haben, ist auch nicht verkehrt 😉

    Ich selber habe angefangen, direkt nach dem Abi auf Lehramt zu studieren, nur um nach zwei Semestern den Studiengang zu wechseln. Mir hätte also ein freies Jahr nicht geschadet 😉 Insofern – nimm dir die Zeit! Dann wirst du nächstes Jahr um diese Zeit wissen, was du willst.

    So, das war lang und philosophisch, aber vielleicht hat es dir ein bisschen geholfen, was jemand dazu sagt, bei der es zwar schon 8 Jahre her ist, aber die sich trotzdem noch in die Situation hineinversetzen kann 😉

    Liebe Grüße
    Alena
    (die gerade fast ohnmächtig geworden ist – mein Abi ist 8 Jahre her :O)

  • Glaub mir, es ist für uns alle das Beste, wenn ich von sämtlichen Naturwissenschaften Abstand nehme 😉
    Danke für deine Worte, liebe Alena, es ist für viele wohl wirklich ratsam, erstmal Sachen auszuprobieren und wenn`s nicht gefällt, kann man ja immer noch wechseln, wie bei dir.

    PS: 8 Jahre ist doch nichts! 🙂

  • Ich war habe mich gerade mal schön durch alle deine neusten (und älteren Beiträge, Schande über mich :-)) geklickt und kann dir nur sagen, dass ich sehr, sehr froh darüber war, dass ich ein Jahr nach der Schule Pause gemacht habe, auch wenn ich genauso wie du schon genau wusste, was ich studieren will. Zum einen war das Jahr für mich eine enorme Motivation während meiner letzten Schuljahre (aber die hast du ja jetzt schon hinter dir :-)), zum anderen habe ich auch sehr viel gelernt. Ich war ja relativ viel Reisen, was ich jedes Mal wieder machen würde, habe aber auch zwei Praktika gemacht. Das kann ich auch jedem empfehlen, dann kann man schonmal schauen, ich welche Richtung man sich vielleicht orientieren möchte, denn, wenn man studiert steht man schließlich am Ende nicht mit einem fertigen Beruf da, sondern muss sich trotzdem noch entscheiden 🙂 Letztendlich fand ich es für mich unfassbar wichtig a) eine Routine zu haben oder b) Feste Pläne zu haben. Mit festen Plänen meine ich eine Reise oder eben ein Praktikum, sprich man ist auf jeden Fall beschäftigt. Die Routine beziehe ich auf Tage an denen man eigentlich nichts vorhätte. Die Tage gab es bei mir natürlich auch und manchmal sind es nicht nur einzelne Tage, sondern mehrere Wochen und dann kann es schnell sein, dass der Tag irgendwie nur noch aus Netflix, schlafen und dem aktualisieren von Instagram besteht, weil Freunde meistens keine Zeit haben, weil die nämlich studieren, ein FSJ machen oder am anderen Ende der Welt sind. Das kann man sich am Wochenende ja ruhig mal gönne, aber für eine lange Zeit ist das einfach nicht. Deswegen immer recht gleich aufstehen und produktiv sein, wenn du italienisch lernen willst, dich bei der Volkshochschule melden oder jeden Tag einen bestimmten Slot damit verbringen. Sich vornehmen (und auch umsetzten) jeden Tag ein Bild zu malen. So Dinge eben :-). Aber wahrscheinlich hast du das mittlerweile eh selber herausbekommen 🙂

    Liebe Grüße, Ronja