Wie meine Instagram-Bilder WIRKLICH entstehen

Behind The Scenes: Wie meine Instagram-Bilder wirklich entstehen.

Wenn ich mir meinen Instagram-Feed zurzeit so anschaue, bin ich von der Ästhetik her eigentlich recht zufrieden. Nach etlichem Ausprobieren weiß ich mittlerweile, was ich lieber nicht poste, und was farblich gut zueinander passt.
Leider bin ich ein bisschen zu unfähig, um wirklich realistische und zeitgleich hübsche Fotos hinzubekommen, mal eben aus dem Ärmel geschüttelt krieg ich meine Instagram-Bilder leider (noch) nicht. Daher dachte ich, ich zerre mal ein paar Geschichten ans möglichst optimal durch einen Diffusor gefilterte Tageslicht und erzähle, was unter anderem schon schiefgegangen ist und wo ich gerne mal ganz mies trickse.

1. Nach etlichen fehlgeschlagenen Versuchen, mag ich dieses Bild echt gerne. Oft genug ist leider das Objektiv von selbst nach unten ausgefahren und hat so nur einen Ausschnitt erwischt. Nachdem es dann doch mal lange genug gehalten hat, habe ich leider den Tee kurz darauf mit dem Stativ umgeschmissen. Das war nicht vorgesehen, aber das Buch ist immerhin trocken geblieben – der Teppich nicht. Und in den Blättern waren lauter Insekten. Mmh lecker, darauf eine Tasse Tee!

2. Da ich eigentlich nie Hilfe habe, muss ich fast alles, wo meine Hände drauf sind, mit dem Stativ fotografieren. Auch hier, dafür habe ich es auf den Schreibtisch gestellt, alles eingestellt, versucht, möglichst die Stativ-Beine nicht im Bild zu haben und wieder das Problem mit dem nach unten Ausfahren gehabt. 10 Sekunden-Timer, Hand dekorativ ins Bild halten, Kopf einziehen, check. Die Lampe hätte ich ein bisschen weiter nach oben rücken sollen, seh ich grad.

3. Was hier so gemütlich und entspannend wirkt, hat natürlich wieder ein paar Fehlversuche gebraucht, bis ich festgestellt habe, dass das Bett leider zu niedrig ist für eine gute Perspektive (da störender Schuppen im Hintergrund, diesen abzureißen war keine Option). Ich habe dann das Bett ein Stück vom Fenster abgerückt, einen Ablagetisch dorthin gestellt und Weinkiste mit Kuscheldecke draufgelegt, um eine passende Höhe zu erreichen. Hat immer noch nicht wirklich funktioniert, deshalb habe ich letztendlich seitlich fotografiert und hätte mir den Aufwand davor gleich sparen können. Nicht zu vergessen sei das HDMI-Kabel unter dem Buch, um es in der richtigen Position zu halten, und die Tatsache, dass ich hier mal unverschämterweise Apfelsaft statt Tee verwendet habe, weil der nicht kalt wird.

4. Diese Blüten waren eigentlich zart lila, ich habe sie solange umbearbeitet, bis sie weiß aussahen, und dann versucht, einen Dark and Moody-Look zu erreichen. Man beachte, wie gut hier die Farbe der Blütenmitte zum gelben K in meinem Header passt.

5. Gedankengang: „Och, das Abendlicht ist aber gerade schön, ich mach mal ein Foto von mir.“ Also mich höchst unnatürlich vor das Fenster gelegt, um noch die Sonne mit draufzuhaben, aus Zeitdruck Kissen als Stativ benutzt, Schuppen aber auch diesmal kaum im Bild gehabt.

6. Der Bildausschnitt ist bei diesem Ficus-Beitrag ebenfalls sehr wichtig, schon einen Zentimeter weiter links würde man Nachbarhaus und -garage statt Natur sehen. Fenster putze ich nicht wirklich, merkt man das etwa?

7. Oh, hier arrangiere ich gerade einfach ganz natürlich die Blumen in der Vase, zufällig genau dann, wenn die Kamera auslöst. Ansonsten greife ich in diesen Momenten gerne auch nach Leuchten, Büchern und selbstverständlich Tassen.

8. Bei Fotos von gerahmten Bildern ist es meistens am besten, hinter der Kamera die schwarze Seite vom Reflektor oder etwas vergleichbar Dunkles, Monochromes hochzuhalten, um Spiegelungen im Glas zu überdecken, hat hier nur halb geklappt. Das Licht kam hier außerdem nur von einem kleinen Fenster, das sollte ebenfalls gegen Reflexionen helfen, erforderte jedoch eine längere Belichtungszeit.

9. Ich brauche immer dutzende Anläufe, um so ein „Ich halte XY dekorativ in den Händen“-Bild hinzubekommen, mit dem ich auch zufrieden bin. Kamera aufs Stativ, Autofokus und Selbstauslöser 10 Sekunden anmachen, mit dem Kabelfernauslöser fokussieren, abdrücken, Auslöser fallen lassen, Gegenstand mit meinen Wurstfingern möglichst grazil halten.

Dass Vieles in der Bearbeitung knallhart aufgehellt und partiell entsättigt wird, ist uns wohl allen klar (meine Wände sind nicht weiß, sondern Wischtechnik terrakotta, noch nicht gemerkt?), und ein Ausschnitt zeigt nunmal nicht die volle Realität mit ihrem Chaos und unpassenden Farben. Auch wenn solche Fotos vielleicht nicht ganz ehrlich sind, mir machen sie unglaublich viel Spaß, aber auch hier gilt natürlich wieder: Jede(r) wie er mag.

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss Instagram-Fotos machen.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.